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Konservative Behandlungsmethoden
Tier-Krankengymnastik (Physiotherapie):
In den USA, England und Holland zählt die Krankengymnastik für Tiere
schon zum medizinischen Alltag. In Deutschland besteht hier ein großer
Nachholbedarf, inzwischen gibt es aber auch hier schon Spezialisten. Eine
einfache Übertragung der Krankengymnastik aus der Humanmedizin ist aufgrund
der unterschiedlichen Anatomie von Mensch und Hund nicht möglich. Exakte
Anatomiekenntnisse über Tiere sind für die Tierkrankengymnastik
unabdingbar. 
Akupunktur
Aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Therapiemethode,
bei der an charakteristischen Punkten der Körperoberfläche an Meridianen
entlang Akupunkturnadeln unterschiedlich tief eingestochen werden und dort
für einen bestimmten Zeitraum verbleiben (unbewegt oder unter Drehung),
wodurch energetische Störungen innerhalb des Organismus ausgeglichen bzw.
einzelne Organsysteme angeregt oder gedämpft werden sollen.
Die Meridiane sollen nach Vorstellung der Akupunktur „den Strom der
Lebensenergie“ fortleiten. Akupunktur arbeitet nach den Prinzipien des
Gleichgewichts zwischen Ying und Yang. Klassische Akupunktur setzt eine an
traditioneller Medizin orientierte Diagnostik und Vorstellung von Krankheit
voraus. Neuere Interpretationen verstehen Akupunktur als lokalen Reiz mit
reflexiver Wirkung entsprechend neurophysiologischer Grundlagen. Nach
dieser Vorstellung werden durch den Nadeleinstich nervale Rezeptoren
gereizt und diese Reize lösen vom Gehirn aus eine Vermehrung bestimmter
Neurotransmitter (u.a. Endorphine) mit entsprechender Organwirkung aus.
Anwendung: bei Schmerzsyndromen und funktionellen Erkrankungen der Muskeln,
Organe und Knochen zur
Wiedererlangung des physiologischen Gleichgewichts.
Akupressur
Ähnlich wie Akupunktur, anstelle der Nadeln wird manuell Druck oder
Reibung auf Akupunkturpunkte und
umgebendes Gewebe ausgeübt.
Bindegewebsmassage
Bei der Bindegewebsmassage handelt es sich um eine Sonderform der
Reflexzonenmassage. Sie beruht auf der Beobachtung, daß bei Erkrankungen
innerer Organe in den zugehörigen Head’schen Zonen (überempfindliche Zonen
der Haut, die bei der Erkrankung innerer Organe nachweisbar sind) Quellungen
und Spannungen im Unterhautbindegewebe auftreten, welche über die Haut mit
dieser Technik beseitigt werden und den entsprechenden Organbereich günstig
beeinflussen können.
Die Massage mit den Fingerkuppen führt infolge der von der Unterhaut auf
die inneren Organe einwirkenden
Reflexe (Reflexzone) zur besseren Durchblutung und Funktion des erkrankten
Organs.
Elekro-Punktur
Hierbei handelt es sich um ein Behandlungsverfahren, das in seiner
Wirkung der klassischen Akupunktur ähnelt. Über Elektroden werden
niederfrequente Wechselströme geleitet; die so stimulierten
Akupunkturpunkte bewirken einen Ausgleich energetischer Störungen innerhalb
des Organismus bzw. eine Anregung oder Dämpfung einzelner Organsysteme.
Mit der Elektro-Punktur kann ein weites Feld von körperlichen Beschwerden
behandelt werden.
Klassische Massage:
Die Massage wird angewendet bei Erkrankungen des Bewegungsapparates,
Nachbehandlung von Muskelverletzungen und Traumen, einseitigen Belastungen
durch Fehlstellungen und Schonhaltungen.
Durch die verschiedenen Techniken wie Streichungen, Walkungen, Knetungen,
Friktionen (Reibung), Klopf- und Schüttelgriffe, entsteht eine bessere
Durchblutung, Lockerung, Dehnung und Entkrampfung der Muskulatur.
Stoffwechselprodukte, die den Muskel verhärten können, werden so
abtransportiert.
Nicht angewendet werden sollte die Massage bei akuten
Bandscheibenvorfällen, Nerven- und
Muskelentzündungen, bzw. bei allen akuten Entzündungen sowie bösartigen
Tumoren.
Lymphdrainage
Bei der Lymphdrainage wird die Gewebsflüssigkeit, die die Zwischenräume
zwischen Haut, Unterhaut, Bindegewebe und Muskulatur ausfüllt, durch
Streichungen abgeleitet und dann über das Lymph- und Venensystem in den
Körperkreislauf abtransportiert. Behandelt werden können u.a. traumatisch
bedingte Ödeme, bzw. alle Arten von Schwellungen, Lymphstauungen etc.
Manuelle Therapie:
Die manuelle Therapie muß sich in der Tierbehandlung auf die passiven
Techniken beschränken, die aber trotzdem eine mobilisierende und
kräftigende Wirkung haben. Sie soll das Missverhältnis zwischen Belastung
und Belastbarkeit beheben und das physiologische Zusammenspiel zwischen
Gelenken, Muskeln und neuralen Strukturen wiederherstellen.
Angewendet wird die manuelle Therapie bei reversiblen (heilbaren)
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, die sich durch
Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und verminderte Belastbarkeit bemerkbar
machen.
Durch Schüttelungen wird die schmerzhaft verkrampfte Muskulatur gelockert;
Dehnungsübungen sollen
Kontrakturen (Muskelverkürzungen) beseitigen und die eingeschränkte
Bewegungsfähigkeit verbessern. Bestimmte mobilisierende Griffe machen
versteifte Gelenke wieder beweglich.
Reizstrombehandlung/TENS-Therapie
Heilbehandlung mit elektrischen Impulsen, die im Körper eine fühlbare
und sichtbare Reizwirkung auslösen. Elektrische Reizgeräte (TENS-Geräte)
erzeugen je nach Wahl verschiedene Formen von Gleichstromimpulsen, deren
Frequenzen und Amplituden so gesteuert werden können, daß sich verschiedene
Stromarten überlagern.
Die Reizstrombehandlung wirkt schmerzlindernd, z.B. bei Gelenks- und
Wirbelsäulenerkrankungen und Bandscheibenvorfällen (z. B. Dackellähme)
sowie durchblutungsfördernd und somit stoffwechselverbessernd. Außerdem
können durch gezielte Stimulation einzelne Muskeln trainiert werden, um so
Muskelschwund nach Operationen, Frakturen und Bänderrissen
vorzubeugen. 
Wichtig sind hierbei ergänzende Maßnahmen wie z.B. Schwimmen, Lauftraining,
ggfs. Anabolika-Gaben, deren Einsatz individuell
festgelegt werden muß.
Shiatsu
Massagetechnik, bei der Druck auf bestimmte Hautbereiche ausgeübt wird,
wodurch der Organismus wieder ins Gleichgewicht gebracht werden soll.
Die Wirkungsweise ist ähnlich wie bei Akupunktur und Akupressur nach den
Prinzipien der Meridian-Verläufe.
Bodenarbeit
Die Bodenarbeit verlangt eine aktive Mitarbeit des Hundes. Dabei bedient
sie sich verschiedener Hilfsmittel: Halti,
verschiedene Führleinen und Geschirre sowie Körperbandagen. Der Hund wird
über verschiedene Hindernisse wie Labyrinth, Stangen, Reifen etc. geführt.
Durch diese ungewohnten Bewegungen bekommt der Körper neue Impulse und dem
Hund werden Möglichkeiten gezeigt, wie er sich anders bewegen kann (Aufgabe
von Schonhaltung bei Gelenksproblemen). Bei jeder Wiederholung werden die
an der entsprechenden Bewegung beteiligten Nervenbahnen und Gehirnzellen
gestärkt, bis die neuen Bewegungsmuster automatisch ablaufen.
Die Bodenarbeit verlangt vom Hund ein hohes Maß an Konzentration; sie
verbessert die Koordination der Bewegungen
und die Feinmotorik.
Tierärztliche Behandlungsmethoden:
Anabolika:
Muskelaufbauende Präparate (Anabolika) können eine funktionelle
Besserung der HD
erzielen. Dies erklärt sich vor allem aus einer vermehrten Gelenkstabilität
infolge Muskelzuwachses. Anabolika sollten erst nach Abschluß der
Wachstumsphase verabreicht werden. Die Gabe dieses Hormonpräparates muß
immer mit einem Lauf- und /oder Schwimmtraining kombiniert werden, da sich
Anabolika nur an den Muskeln auswirken, die auch belastet werden. Vor allem
nach HD-Operationen sind Anabolika beim dann (weitgehend) schmerzfreien
Hund zum Wiederaufbau der atrophierten Muskulatur sinn- und wirkungsvoll. 
Die Indikation kann ausschließlich der Tierarzt stellen, da die Medikamente
auch ein gewisses Risiko für das Tier darstellen können.
Denervation:
Bei der Denervation werden die schmerzleitenden Nervenfasern am
Hüftgelenk operativ durchtrennt, um den Hunden die aus der HD resultierenden
Schmerzen größtenteils zu nehmen. Es werden somit die Symptome (Schmerzen)
und nicht die Ursache (krankes Hüftgelenk und daraus entstehende Arthrose)
bekämpft.
Die Denervationsoperation stellt nach Ansicht vieler Tierärzte eine
beachtenswerte Alternative zu anderen operativen Verfahren (z.B. einer
Endoprothese) dar. Der im Vergleich zu einer künstlichen Hüfte
verhältnismäßig kleine Eingriff ist mit weniger Risiken und Kosten
verbunden. Nach Abschluß der Wundheilung ist der Hund weitgehend
beschwerdefrei. Die vermehrte Bewegungsfreude führt zu einer
trainingsbedingten Kräftigung der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur, was zur
Stützung des weiterhin kranken Hüftgelenks sehr wichtig ist.
Die Denervierungs-OP ist bei einer relativ geringen Belastung des Hundes an
beiden Hüftgelenken in einer OP durchführbar. Die Hunde können noch am Tage
des Eingriffs nach Hause entlassen werden mit der Auflage eines 7-tätigen
Leinenzwangs. Als potentielle postoperative Komplikation wird das
Wiederzusammenwachsen der Nervenenden mit erneut auftretenden Schmerzen
genannt. Dies ist jedoch, wenn man die Langzeiterfolge dieser Methode
betrachtet, eher die Ausnahme. Oft wird die Denervation noch mit der Durchtrennung des Pectineus-Muskels kombiniert und
ermöglicht auch später noch die Durchführung anderer OP-Methoden wie z.B.
ein neues Hüftgelenk, Entfernung
des Hüftkopfes oder die Goldimplantation.
Endoprothese (künstliches Hüftgelenk)
Bei der Endoprothese werden Kopf, Pfanne oder beide Teile des
Hüftgelenks durch künstliches Material ersetzt. Ziel dieser OP ist es, den
Hund auf Dauer mit einem mechanisch intakten, schmerzfreien künstlichen
Gelenk zu versorgen.
Im Gegensatz zur Denervation, zur Durchtrennung des Pectineus-Muskels und der Goldimplantation behandelt diese Methode die HD nicht nur
symptomatisch, sondern ursächlich, indem sie das kranke Gelenk ersetzt. Die
Hüftendoprothese wird angewendet, wenn gelenkerhaltende Operationen bei
einer hochgradigen HD mit schweren Arthrosen keine Aussicht auf Erfolg
haben und/oder der Besitzer rein symptomatische HD-Operationen ablehnt.
Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks sollte erst nach dem Schluß der
Wachstumsfugen erfolgen. Bei kleineren Hunden wird oft der Femurkopfresektion
der Vorzug gegeben, so daß der künstliche Hüftersatz vorwiegend bei
mittelgroßen bis großen Hunden angewendet wird. Nach dem vergleichsweise
großen Eingriff müssen die Hunde i.d.R. mehrere Tage in der Klinik bleiben.
Zu den wichtigsten möglichen Komplikationen zählt die Luxation (Auskugelung)
des Prothesenkopfes, die sich meist innerhalb der ersten vier Wochen nach
der OP zeigt. Deshalb muß die Bewegung des Hundes in der frühen
postoperativen Phase strikt eingeschränkt werden.
Die Risiken der Hüftendoprothese liegen zum einen in einer Knocheninfektion
durch Keime und zum anderen in der Pfannen- und /oder Schaftlockerung. In
beiden Fällen muß die Prothese wieder entfernt werden, wobei zu beachten
ist, daß eine erneute Implantation nicht mehr möglich ist.
Trotz dieser Risiken bietet die Totalendoprothese aufgrund einer hohen
Erfolgsquote für Hunde mit ausgeprägter HD eine vielversprechende Prognose,
was auch durch Langzeitstudien belegt ist. Dennoch sollte man nicht vergessen,
daß diese OP auch die aufwendigste, risikoreichste und teuerste aller
erläuterten Maßnahmen ist.
Femurkopfresektion:
Das Ziel der Femurkopfresektion (Oberschenkelkopf-Entfernung) besteht in
der Beseitigung des Knochenkontaktes und damit des Gelenkschmerzes bei
HD-kranken Hunden. Der obere Teil des Oberschenkelknochens wird operativ
entfernt. Der Hund kann meist 1 Tag nach der OP entlassen werden. Der
Resektion des Femurkopfes und -halses folgt die Ausbildung eines fibrösen,
falschen Gelenks zwischen Femurstumpf und dem Bereich des Beckens. Das
Narbengewebe des falsch-fibrösen Gelenks trägt zusammen mit den Muskeln den
entsprechenden Anteil des Körpergewichtes des Hundes.
Um ein stabiles Narbengewebe und damit eine ausreichende Beweglichkeit zu
erhalten, sind frühzeitige physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich. Die
aktiven und passiven Kräftigungsübungen sind für ein zufriedenstellendes
Ergebnis maßgebend, wobei die Beweglichkeit des „falschen Gelenks“
eingeschränkt bleibt und diese auch nicht forciert werden darf.
Die Femurkopfresektion wird oft als Rettungsoperation in schweren HD-Fällen
gesehen. Diese Operation ist irreversibel und sollte als letzte Möglichkeit
in Betracht gezogen werden, da z.B. der Einsatz einer künstlichen Hüfte
nach erfolgter unbefriedigender Femurkopfresektion nur noch schwer möglich
ist. Andersherum ist es jedoch gut möglich, nach dem Einsatz einer
künstlichen Hüfte noch die Femurkopfresektion durchzuführen. Sie
sollte nicht in Betracht gezogen werden, wenn gelenkerhaltende
Maßnahmen noch Aussicht auf Erfolg haben. Der Eingriff wird vornehmlich für
leichtere bzw. kleinere Hunde empfohlen (maximal 15 kg Körpergewicht), da
bei größeren Hunden die OP die Instabilität der Hüfte vergrößert und ihre
Fähigkeit zur biomechanischen Kraftübertragung zerstört. Die
Femurkopfresektion schränkt i.d.R. die Beweglichkeit des Hüftgelenks ein
und verändert das Gangbild (steifer Gang).
Insgesamt ist dieser Eingriff schwerwiegender, risikoreicher und
langwieriger in der postoperativen Phase als z.B. die Denervation
oder gar die Goldimplantation, so daß letztere
Maßnahmen oft von den Besitzern vorgezogen
werden.
Goldimplantation
Bei der Goldimplantation handelt es sich um eine alternative
Behandlungsform zur Beseitigung des HD-Schmerzes, die
seit Beginn der neunziger Jahre mit großem Erfolg eingesetzt wird. Auch bei
der Ellenbogendysplasie,
bei Knieproblemen und Wirbelsäulenerkrankungen wird die Goldimplantation
angewendet.
Die Goldimplantation ist eine absolut nebenwirkungsfreie Sonderform der
Schmerztherapie, bei der konsequent das Wissen um die Akupunktur
eingesetzt wird. Unter leichter Narkose werden dem Hund mit einer Hohlnadel
3-7 Golddrahtimplantate auf diejenigen Akupunkturpunkte gesetzt, die seit
jeher für die Behandlung des Arthroseschmerzes erfolgreich angewendet
werden. Der Eingriff dauert ca. 30 Minuten und ist minimal invasiv. Nach
Beendigung der Narkose steht der Hund problemlos auf. In der Regel ist noch
nicht einmal eine Wundnaht erforderlich, man sieht nur einige winzig kleine
Einstiche.
Die Golddrahtstücke wachsen ohne Probleme im Gewebe ein und verbleiben ein
Leben lang an ihrer Stelle. Die Goldkugeln bewirken eine Dauerakupunktur
und dadurch eine Hemmung der Schmerzleitung.
Darüber hinaus verbessern die Goldimplantate den Stoffwechsel des
erkrankten Gelenks, da die Zellen von giftigen Stoffwechselprodukten
befreit werden. Man geht davon aus, daß die Goldimplantate den ph-Wert im
entzündeten kranken Gelenk wieder normalisieren. Insgesamt ist die
Goldimplantation die Methode der 1. Wahl, wenn man auf der Suche nach einer
schonenden, minimal invasiven und risikoarmen Möglichkeit der
Schmerzbehandlung bei HD-Hunden ist, was die über 90%-ige Erfolgrate
unterstreicht. Zudem bleiben für später immer noch alle anderen Möglichkeiten,
die HD auf konservative Weise operativ zu behandeln, erhalten.
Sie kann auch beim alten Hund (über 10 Jahre) erfolgreich eingesetzt
werden.
Knorpelschützende Extrakte (z.B. Canosan,
Luposan)
Durch die Verabreichung von knorpelschützenden Präparaten
(chondroprotektive Medikamente) wird der Knorpelstoffwechsel des
arthrotischen HD-Gelenks
gefördert. Als Wirkstoff kommt Glykosaminsulfat (Handelsname z.B. Luposan,
Canosan) zum Einsatz. Dies soll die Bildung der wasserbindenden
Glykosaminoglykane (Bestandteil der Knorpelgrundsubstanz) unterstützen, um
die Druckelastizität des Knorpels durch die Zunahme des Wassergehalts zu
erhöhen.
Da das Präparat nebenwirkungsfrei ist, eignet es sich hervorragend zur
Dauer- oder Langzeitbehandlung. Bei
entsprechender Disposition empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige
Behandlung, ggfs. auch schon prophylaktisch.
Neuraltherapie
Die Neuraltherapie ist eine ca. 50 Jahre alte Behandlungsart, die von
der Auffassung ausgeht, daß jede Zell- und Organleistung von Antrieben des
Nervensystems abhängig und deshalb auch durch dieses primär einer
Behandlung zugängig sei. Bei der Neuraltherapie handelt es sich i.d.R. um
eine Injektionsbehandlung direkt am Nerv mit Betäubungsmitteln
(Lokalanästhesie z. B. novocainhaltige Präparate).
Die Neuraltherapie, die die Ausschaltung von Störfeldern zum Ziel hat,
dient der Schmerzstillung, der Lösung von
Gefäß- und Muskelkrämpfen und der Durchblutungsanregung.
Pectineus-Muskel-Durchtrennung
Bei dieser OP für HD
wird der Pectineus-Muskel als einer der Adduktoren der Hintergliedmaße
durchtrennt, wodurch die Gelenkkapselspannung und somit der Andruck des
Hüftkopfes in die Pfanne vermindert und dadurch eine Schmerzlinderung und
eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit der kranken Hunde erzielt wird.
Wie bei der Denervation handelt es sich hier
auch um eine rein symptomatische OP, das heißt, die Ursache bleibt weiterhin
bestehen. Auch die Stabilität des Gelenks wird nicht verbessert, so daß die
Sekundärarthrose trotz klinischer Besserung unvermindert fortschreitet. Als
Nachteil der Durchtrennung des Pectineus-Muskels wird das
Wiederzusammenwachsen der durchtrennten Muskel- und Sehnenenden genannt,
was zum erneuten Auftreten der Beschwerden innerhalb von 3-4 Monaten führt.
Wie lange die Beschwerdefreiheit andauert ist je nach Einzelfall
verschieden. Es können mehrere Monate oder Jahre vergehen, bis die
Beschwerden erneut auftreten. Maßgeblich für die Dauer der
Beschwerdefreiheit ist das Alter der Hunde und die schon vorhandenen
Arthrosen. Je jünger der Hund und je weniger Arthrosen sich bereits
ausgebildet haben, umso besser ist die Prognose. Die erzielte Schmerzfreiheit
ist jedoch i.d.R. viel kürzer als bei der Denervation,
weshalb sich die Denervation der Hüftgelenkskapsel als bevorzugte OP im
Vergleich zur Muskeldurchtrennung durchgesetzt hat. Oft wird jedoch
zusätzlich zur Nervendurchtrennung der Pectineus-Muskel ebenfalls
ausgeschaltet.
Die Durchtrennung des Pectineus-Muskels erfolgt wie die Denervation
beidseitig. Da auch hier das Hüftgelenk nicht geöffnet wird, ist diese
Methode im Vergleich zur künstlichen Hüfte
deutlich weniger belastend und risikoreich. Der Hund kann noch am OP-Tag
nach Hause mit der Auflage eines mind. 4-wöchigen
Leinenzwangs.
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